Der Sommer hat es gezeigt: Unsere Gärten und Balkone kommen an ihre Grenzen. Lange Hitze und Trockenheit lassen Pflanzen verdorren. Und wenn dann mal Starkregen kommt, fließt das Wasser einfach ab, statt im Boden zu bleiben.
Das Klima können wir nicht allein retten. Aber wir können unsere grünen Flecken widerstandsfähiger machen.
Genau darum ging es am 24. Oktober 2026 bei unserem „Grünen Tee“ im Café Koch. Mit der Garten-Expertin Lena Landefeld haben wir darüber gesprochen, wie Permakultur unsere Pflanzen fit für das neue Klima macht.

Mit der Natur arbeiten, statt gegen sie
Was wie ein Modewort für naturnahes Gärtnern klingt, ist in Wahrheit viel mehr als das:
Permakultur ist ein System, bei dem viele natürliche Kreisläufe ineinandergreifen. Dadurch entsteht ein stabiles Ganzes.
Das Prinzip: Du arbeitest nicht gegen die Natur, sondern mit ihr. Das spart Ressourcen, Zeit und Arbeit und trägt zu einer intakten Umwelt bei.
Welcher Gartentyp bist du?
Permakultur betrachtet auch den Menschen als Teil des Systems. Von einer landwirtschaftlichen Methode hat sie sich deshalb schnell zu einer ökologischen Lebensphilosophie entwickelt.
Bevor Lena einen Garten neu anlegt oder umstrukturiert, fragt sie ihre Kund*innen: Welcher Gartentyp bist du eigentlich?
Wo sitzt du gerne – oder wo würdest du gerne sitzen?
Wieviel Zeit hast du pro Woche für deine Pflanzen? Und wieviel Freizeit willst du invenstieren? Der Clou: Faulsein ist ausdrücklich erlaubt!
Was schaust du gerne an? Üppige Blüten gelten oft als Inbegriff eines „schönen Gartens“. Aber vielleicht findest du die verschiedenen Grüntöne und Strukturen von Funkien und Farnen viel spannender? Willst du Schmetterlinge anlocken und ihren Raupen Nahrung bieten? Oder würde dich der Besuch eines Igels in der Dämmerung erfreuen?
Was isst du wirklich gern? Und nicht nur, weil es als einziges zuverlässig wächst? Es ist okay, nicht jeden Tag Zucchini essen zu wollen.

Drei Schritte für den Start in die Permakultur
So kannst du ohne großen Aufwand ins Gärtnern mit Permakultur starten:
1. Beobachte und plane in Ruhe
Eine gute Nachricht: Du musst nicht gleich den ganzen Garten umgraben. Im Gegenteil: In der Permakultur wird der Boden möglichst geschont. Schau erst genau hin, bevor du pflanzt. Wo scheint die Sonne? Woher weht der Wind? Ist der Boden sandig oder lehmig? Plane nur so viel, wie du auch pflegen willst.
2. Fang klein an
Starte mit einem Mini-Projekt. Das schützt vor Überforderung und liefert schnelle Erfolge.
Ideen gefällig? Wie wäre es mit einer Totholzhecke (oder -ecke), einer bepflanzten Baumscheibe oder essbaren Pflanzen in deinem Staudenbeet? Wusstest du zum Beispiel, dass man die jungen Blätter von Funkien essen kann?
Es geht auch noch kleiner: Schichte Laub in einer ruhigen Ecke zu einer Igelwohnung auf. Und lass verblühte Stauden einfach stehen. Sie dienen Vögeln im Winter als Nahrung, Insekten können darin überwintern oder ihre Eier ablegen.
3. Mulchen, Mulchen, Mulchen
Mulchen bedeutet, nackte Erde zu bedecken. Das hält den Boden feucht, weil weniger Wasser verdunstet. Außerdem hält gesunder Boden das Wasser wie ein Schwamm.
Dafür kannst du Rasenschnitt oder Laub auf den Beeten verteilen. Oder einfach kleinere Pflanzen zwischen den großen wachsen lassen.
Ein Tipp von Lena: Feldsalat wächst gut im Schatten hoher Stauden und bleibt dort lange frisch. Das klappt auch in Pflanzkästen oder Hochbeeten auf dem Balkon!

Noch mehr kreative Gartenideen mit Permakultur
Lena hatte unzählige Ideen für Projekte dabei, die zum Experimentieren einladen und mehr Leben in deine grüne Oase bringen.
Eine kleine Auswahl in Stichworten:
- Strohballengärtnern
- Grasmöbel
- Sandarien, Käferkeller oder Mauswieselburgen
- Totholzhecken
- Ewiges Gemüse statt Dauerpäppeln
- Schlüsselloch-Beete oder Kompostbeete
- Waldgarten

Lenas goldene Gärtner-Regeln
Das Gute an Permakultur: „ganz oder gar nicht“ gibt es nicht. Jede kleine Veränderung zählt. Und die kann sogar aus Weglassen bestehen (z.B. Laub einfach liegenlassen).
Zum Schluss wollen wir dir Lenas goldene Gärter-Regeln mitgeben:
- Plane und arbeite mit der Natur – vor allem mit deiner eigenen. (siehe Fragen oben)
- Führe ein Gartenbuch: was funktioniert wo? Was pflanzt du wo? (wichtig für Fruchtfolgen) Was muss nächstes Jahr anders werden?
- Schließe Kreisläufe – damit bewirkst du richtig was. Ob eigener Kompost, Wasser aus der Regentonne, eigene Samen… dadurch sparst du Geld und wirst unabhängiger.
Am Ende entsteht ein Garten, der sich weitgehend selbst im Gleichgewicht hält. Das heißt weniger Arbeit, mehr Freude am Gärtnern und echte Hilfe für die Artenvielfalt vor Ort.
Permakultur von Lena lernen
Dein Garten überfordert dich? Du willst einen Naschbalkon anlegen, weißt aber nicht, was wirklich funktioniert? Dann hol dir Rat von der Expertin!
Lena Landefeld berät Landwirt*innen genauso wie Privatmenschen. Dafür muss dein Grün gar nicht groß sein.
Auf ihrer Website findest du hilfreiche Blogartikel und nützliche Freebies, z.B. für dein Wildtier-Buffet.
Mehr über ihre Arbeit als Baumwartin und Permakultur-Designerin erfährst du auf www.mithummelnbummeln.de.
Keine Termine mehr verpassen
Du hast den „Grünen Tee“ mit Lena verpasst? Folge uns auf Instagram, um in Zukunft rechtzeitig von allen Aktionen und Events zu erfahren. Hier findest du eine Übersicht aller Termine in unserem Kreisverband Aichach-Friedberg.